Warum steht Hadern auf der Karte oft unter „Wärmepumpe nach Sanierung“?
Die Stadt färbt einen Baublock nur dann als geeignet ein, wenn über 80 % der Gebäude mit Wärmepumpen versorgbar sind, und das erwartet sie hier erst nach einer Sanierung. Das betrifft nach unserer Auswertung rund 30 % der bewerteten Fläche in Hadern. Für Ihr einzelnes Haus ist damit nichts entschieden, denn die Karte ist unverbindlich und arbeitet nur baublockscharf.
| Eignung laut Karte, Anteil an der bewerteten Fläche |
Hadern (625 ha) |
Laim (541 ha) |
| Wärmepumpe nach Sanierung |
rund 30 % |
rund 20 % |
| Luft-Wärmepumpe |
rund 25 % |
rund 15 % |
| Grundwasser-Wärmepumpe |
unter 5 % |
rund 15 % |
| Wärmenetz-Untersuchung |
rund 20 % |
rund 10 % |
| Fernwärme-Verdichtung |
rund 15 % |
rund 35 % |
| Prüfgebiet |
rund 5 % |
unter 5 % |
Quelle: unsere gerundete Auswertung der Wärmeplan-Karte vom 29.04.2026. Auf die ganze Bezirksfläche bezogen sind es in Hadern 56 % dezentral und 26 % Wärmenetz, in Laim 28 % und 43 %.
Die Stadt rechnet laut Ergebnisbericht damit, dass Luft-Wärmepumpen heute bei ca. 75 % der Gebäude den Bedarf decken und bei einer Sanierung auf Effizienzhaus 55 bei über 80 %. Das heißt nicht, dass ein Haus von 1974 erst komplett saniert sein muss. Im Feldtest des Fraunhofer ISE zeigte sich kein Zusammenhang zwischen Baualter und Effizienz, und von den Häusern bis Baujahr 1979 waren Fenster zu 95 %, Dächer zu 82 % und Außenwände zu 51 % saniert.
Ein unsanierter Altbau liegt laut Hersteller Bosch bei 80 bis 120 W/m² Heizlast, ein sanierter bei 50 bis 80 W/m². Neue Fenster oder ein gedämmtes Dach senken den Wert also schon deutlich. Ob dann noch etwas zu tun ist, klärt der Test am Vorlauf der Heizkörper. Bleibt nach dem Test ein hoher Vorlauf, ist die Dämmung der Geschossdecke oder ein neuer Heizkörper oft sinnvoller als eine große Sanierung auf einmal.
Lässt sich der Vorlauf nicht unter 55 °C bringen, raten wir von der Luft-Wärmepumpe ab, bis saniert ist. Bei einer Jahresarbeitszahl von 2,6, also 2,6 Kilowattstunden Wärme je Kilowattstunde Strom im Jahresmittel, bleiben im Vergleich der Heizkosten nur rund 80 € im Jahr. Gerechnet ist das mit 20.000 kWh Gas und Haushaltsstrom.