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Kleines Bohrgerät auf Raupen im Herbstgarten, zwei Arbeiter von hinten, davor Rohre und ein Haufen Flusskies
Heizungs- und Wärmetechnik

Erdsonde: Bohrtiefe in München und im Umland

Eine Erdsonde darf in München nur im Kies stehen. Im Süden sind das etwa 30 bis 35 m, sonst oft unter 15 m, im Umland 20 bis über 50 m. Daraus ergibt sich die Zahl der Sonden.

oder per E-Mail: kontakt@waermepumpe-in-muenchen.de

Erdsonden reichen im Münchner Süden etwa 30 bis 35 m tief, im übrigen Stadtgebiet oft unter 15 m und im Umland 20 bis über 50 m. Der Grund ist das Tertiär unter dem Schotter, das die Stadt und das Wasserwirtschaftsamt München nicht durchbohren lassen. Daraus folgt in München fast immer eine Anlage mit mehreren kurzen Sonden.

Die Werte stammen von der Stadt München und dem Wasserwirtschaftsamt München (Stand 10/2025). Eine Zahl für ganz München gibt es nicht, es zählt die Lage des Grundstücks.

Lage Mögliche Sondentiefe Was dahintersteht
München Süden: Solln, Forstenried, Harlaching, Perlach, Trudering etwa 30 bis 35 m Kies reicht hier am tiefsten
München, übrige Schotterebene oft unter 15 m Einzelfall, das Tertiär beginnt früher
Waldtrudering keine Sonde Wasserschutzgebiet
Umland, Tertiärhügelland und Moräne 20 bis über 50 m Tiefere Stockwerke bleiben unzulässig
Glonntal, Ampertal und Zuflüsse, östlich von Freising entlang der Isar keine Sonde Wasserwirtschaftsamt: unzulässig

Der Ergebnisbericht zur Wärmeplanung nennt im Stadtgebiet Bohrtiefen, die in der Regel nicht über 40 m gehen. Die oft genannten 100 m Bohrung sind eine Summe über alle Sonden und ein Faustwert des Bundesverbands Wärmepumpe. Was Anlage und Bohrung kosten, steht auf der Seite zur Erdwärme in München.

Wie viele Meter Sonde braucht ein Haus?

Als Faustwert gilt 1 m Bohrung je m² Wohnfläche, bei 150 m² also 5 Sonden mit je 30 m. Das ist die Rechnung der Stadt München. Der Bundesverband Wärmepumpe kommt auf 100 m je 100 m² bei 6 kW und ca. 45 W/m.

Genauer geht es über die Heizlast. Eine Sonde liefert nur den Teil der Heizleistung, den nicht der Strom beisteuert, bei einer Jahresarbeitszahl von 4 also 0,75 kW je kW Heizleistung. Teilt man das durch die Entzugsleistung, die Leistung je Meter Sonde, ergibt sich die Länge.

Entzugsleistung Sondenmeter je kW Heizleistung Bei 8 kW, rechnerisch
60 W/m 12,5 m 100 m
50 W/m 15 m 120 m
45 W/m 16,7 m 133 m
20 W/m 37,5 m 300 m

Rechnerisch aus Heizleistung × (1 − 1 ÷ Jahresarbeitszahl) ÷ W/m. Die Heizlast kommt aus der raumweisen Berechnung, siehe Heizlast berechnen. Je niedriger die Entzugsleistung, desto länger wird die Sonde und desto eher passt die Anlage nicht mehr auf das Grundstück.

Baugrube im Kies mit Schichten aus runden Flusskieseln, unten steht klares Grundwasser, daneben ein Messstab

Warum liefert jeder Meter Sonde unterschiedlich viel?

Es kommt auf das Gestein und auf das Wasser an, außerdem auf die Betriebsstunden und die Zahl der Sonden. Die ältere Tabelle der VDI 4640 Blatt 2 von 2001 nannte für wasserführenden Kies und Sand 65 bis 80 W/m bei 1.800 Stunden und 55 bis 65 W/m bei 2.400 Stunden. Für trockenen Kies und Sand standen dort unter 25 und unter 20 W/m.

Für München ist der Unterschied wichtig, denn im Süden liegt das Wasser 15 bis 25 m tief. Von einer 30 bis 35 m langen Sonde steht dort also ein großer Teil im trockenen Kies. Wir rechnen in diesen Lagen deshalb nicht pauschal mit dem Wert für wasserführenden Kies.

Die gültige Ausgabe der Richtlinie von 2019 rechnet über die Wärmeleitfähigkeit, und sie berücksichtigt, dass sich Sonden gegenseitig abkühlen. Sie gilt bis 30 kW und für reinen Heizbetrieb, die folgenden Werte stammen aus der Wiedergabe eines Fachvortrags.

Sonden und Betriebsstunden Wärmeleitfähigkeit 2,0 W/(m·K) Wärmeleitfähigkeit 3,0 W/(m·K)
1 Sonde, 1.200 Stunden 52,0 W/m 61,5 W/m
2 Sonden, 1.200 Stunden 48,6 W/m 58,3 W/m
2 Sonden, 2.400 Stunden 33,6 W/m 43,3 W/m
5 Sonden, 2.400 Stunden 28,3 W/m 37,3 W/m

Fünf Sonden mit 2.400 Stunden im Jahr bringen je Meter also deutlich weniger als eine einzelne mit 1.200 Stunden. In München betrifft das fast jede Anlage, weil sie aus mehreren kurzen Sonden besteht. Die genaue Auslegung macht die Bohrfirma.

Wie viel Platz brauchen die Sonden auf dem Grundstück?

Zwischen den Sonden nennt die Stadt 4 bis 5 m, das Landesamt für Umwelt nach VDI 4640 nennt 6 m und mindestens 3 m zur Grenze sowie 0,7 m zu Leitungen. Damit lässt sich die nötige Fläche grob rechnen. Bei wenigen Metern je Sonde wird es im Norden der Stadt schnell eng.

Beispiel. Haus mit 140 m² Wohnfläche, Faustwert 1 m je m², also rund 140 m Sonde. Der Abstand 6 m und die 3 m zur Grenze sind angenommen, alle Sonden stehen in einer Reihe, das Bohrgerät kommt überall hin.

Lage Länge je Sonde Sonden Reihe von Sonde zu Sonde Mit 3 m zur Grenze auf beiden Seiten
Solln, 35 m 35 m 4 18 m 24 m
Solln, 30 m 30 m 5 24 m 30 m
Übrige Stadt, 15 m 15 m 10 54 m 60 m
Umland, 50 m 50 m 3 12 m 18 m

Alle Werte sind rechnerisch. In zwei Reihen wird die Fläche kürzer und dafür breiter, die Sonden kühlen sich dann aber stärker gegenseitig ab. Zehn Sonden passen auf kein normales Doppelhausgrundstück, und in der Schotterebene nennt das Wasserwirtschaftsamt die Grundwasser-Wärmepumpe ohnehin meist günstiger.

Wo sind Sonden im Umland möglich?

Das Landesamt für Umwelt stuft fast alle Flächen als möglich mit Einzelfallprüfung ein, schließt aber Teile aus. Wir haben seine Einstufung mit den Gemeindeflächen verschnitten, Klassen unter 2 % fehlen. Das ersetzt keine Prüfung durch das Landratsamt.

Gemeinde Mit Einzelfallprüfung möglich Hydrogeologisch kritisch, nicht möglich Wasserschutzgebiet, nicht möglich
Dachau 71 % 26 %
Erding 74 % 20 % 3 %
Freising 76 % 20 % 3 %
Fürstenfeldbruck 72 % 17 % 10 %
Garching 58 % 41 %
Germering 89 % 3 % 8 %
Gräfelfing 99 %
Grünwald 90 % 8 %
Ottobrunn 100 %
Planegg 97 % 3 %
Pullach 75 % 12 % 10 %
Starnberg 81 % 19 %
Unterhaching 100 %
Unterschleißheim 96 % 3 %

Das Landesamt nennt für diese Daten keinen Stand, unsere Verschneidung stammt vom November 2026. In Erding kommen 3 % und in Pullach 4 % Gewässerfläche hinzu.

Im Landkreis München sind Erdsonden meist erlaubnispflichtig, weil sie ins Grundwasser reichen, das Landratsamt entscheidet bis 50 kW in höchstens 3 Monaten. Über 100 m ist zusätzlich die Bergbehörde beteiligt, die Bohrung muss dort mindestens 2 Wochen vorher angezeigt werden. Das Verfahren für den Brunnen läuft ähnlich, die Unterlagen unterscheiden sich aber.

Wie groß muss ein Erdkollektor sein?

Ein Flächenkollektor braucht 150 bis 200 m² je 100 m² Wohnfläche, die Stadt München rechnet mit der doppelten Wohnfläche. Bei einem Haus mit 140 m² sind das rechnerisch 210 bis 280 m² Gartenfläche, die nicht überbaut werden darf. Verlegt wird in 1,2 bis 1,5 m Tiefe.

Je kW Heizleistung lässt sich die Fläche genauer rechnen. Die folgenden Werte nach VDI 4640 Blatt 2 gelten für 1.650 Stunden und Klimazone 3, die Flächen bei einer Jahresarbeitszahl von 4. Kies steht nicht in dieser Reihe, wir rechnen dort eher am unteren Ende.

Bodenart Entzug Fläche je kW Heizleistung
Sand 25 W/m² 30 m²
Lehm, Schluff 32 bis 35 W/m² rund 21 bis 23 m²
Sandiger Ton 38 W/m² rund 20 m²

Körbe gehen in 3 bis 5 m Tiefe und brauchen weniger Fläche. Eine Genehmigung verlangt die Stadt erst, wenn der Kollektor tiefer als 4 m und zugleich höchstens 1 m über dem höchsten Grundwasserstand liegt, sonst reicht die Anzeige. Im Wärmeplan decken Kollektoren bei ca. 15 % der Gebäude den Bedarf, saniert bei über 40 %.

Was kostet ein Meter mehr oder weniger?

Eine neutrale Zahl je Bohrmeter gibt es nicht, deshalb rechnen wir mit dem Gesamtbetrag. Das Modell von co2online nennt im Schnitt 16.000 € für die Bohrung, was bei rund 100 m rechnerisch etwa 160 € je Meter einschließlich aller Nebenkosten ergibt. Das ist ein Richtwert aus einer Quelle und kein Münchner Preis.

Bei vielen kurzen Sonden in München liegt der Aufwand wohl eher darüber, weil das Gerät öfter umgesetzt wird. Eine Zahl dazu haben wir nicht. Deshalb steht bei uns erst dann ein Preis im Angebot, wenn die Bohrfirma das Grundstück gesehen hat.

Was kostet es bei Ihnen?

Die Zahlen oben sind Richtwerte. Was es bei Ihnen kostet, sagen wir Ihnen nach einem kurzen Gespräch.

In welcher Reihenfolge planen wir eine Erdsonde?

Zuerst klären wir die Lage, dann die Heizlast, dann rechnen wir Sonden und Fläche. Bevor jemand bohrt, muss außerdem klar sein, ob Fernwärme möglich ist, denn dann fällt der städtische Zuschuss weg.

Liegt das Grundstück im Süden der Stadt und bleibt die Sondenzahl klein, rechnen wir die Sonde durch und stellen sie dem Brunnen gegenüber. Geht die Rechnung schlecht aus, sagen wir Ihnen das vor dem Angebot.

Für das erste Gespräch brauchen wir einen Lageplan mit Gebäude, Bäumen und Zufahrt, dazu die Wohnfläche. Am besten schicken Sie beides über das Formular oder an kontakt@waermepumpe-in-muenchen.de.

Häufige Fragen

Wie tief darf man in München für Erdwärme bohren?

30 bis 35 m sind es etwa im Süden, in Solln, Forstenried, Harlaching, Perlach und Trudering. Sonst bleiben oft unter 15 m, weil das Tertiär unter dem Kies nicht durchbohrt werden darf.

Wie viele Meter Erdsonde braucht ein Einfamilienhaus?

100 m Bohrung je 100 m² Wohnfläche sind der Faustwert des Bundesverbands Wärmepumpe, gerechnet mit 6 kW und ca. 45 W/m. Die Stadt München rechnet ähnlich mit 1 m Bohrtiefe je m² Wohnfläche.

Wie viele Meter Sonde braucht man je kW Heizleistung?

16,7 m je kW sind es rechnerisch bei 45 W/m und einer Jahresarbeitszahl von 4. Bei 60 W/m reichen 12,5 m, bei 20 W/m wären es 37,5 m.

Geht in München eine einzelne Bohrung mit 100 m?

Nein. Im Stadtgebiet liegen die Bohrtiefen in der Regel nicht über 40 m, die 100 m verteilen sich deshalb auf mehrere Sonden. Auch im Umland gelten für tiefere Stockwerke Grenzen.

Wie weit müssen Erdsonden auseinander sein?

4 bis 5 m nennt die Stadt München, das Landesamt für Umwelt nach VDI 4640 nennt 6 m zwischen den Sonden. Zur Grundstücksgrenze sollen es mindestens 3 m sein, zu Leitungen 0,7 m.

Wie viel Fläche braucht ein Erdwärmekollektor?

150 bis 200 m² je 100 m² Wohnfläche nennt der Bundesverband Wärmepumpe. Die Stadt München rechnet mit der doppelten Wohnfläche und einer Tiefe von 1,2 bis 1,5 m.

Ab welcher Tiefe ist die Bergbehörde zuständig?

100 m sind die Grenze, Bohrungen darüber müssen mindestens 2 Wochen vorher bei der Bergbehörde angezeigt werden. In der Münchner Schotterebene kommt das bei einer Hausanlage praktisch nicht vor.

Was kostet die Bohrung für eine Erdsonde?

16.000 € rechnet co2online im Schnitt für ein Einfamilienhaus, das Modell geht von rund 100 m aus. Neutrale Meterpreise für München haben wir nicht, Anbieter nennen sehr unterschiedliche Werte.

Darf ich im Wasserschutzgebiet eine Erdsonde bohren?

Nein, grundsätzlich nicht. Das gilt in München für das Wasserschutzgebiet Waldtrudering und im Umland etwa für die Schutzflächen in Starnberg, 19 % der Gemeindefläche, und in Pullach, 10 %.

Darf man in München für eine Erdsonde ins Tertiär bohren?

Nein. Die Stadt erlaubt Erdsonden nur in den quartären Kiesschichten, und das Wasserwirtschaftsamt München schließt tiefere Stockwerke grundsätzlich aus. Reicht der Kies nicht, braucht das Haus mehr Sonden oder eine andere Wärmequelle.

Hände mit Bleistift und Zollstock über einem Grundriss auf einem Holztisch in einer holzvertäfelten Stube, daneben eine Tasse
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